Landesgartenschau 2010 in Bad Nauheim

Heute fuhren wir auf die Landesgartenschau, die in diesem Jahr in Bad Nauheim stattfindet. Da die eine Oma meines Freundes dort wohnt, hatten wir keine Probleme mit Parkplätzen usw., da wir einfach bei ihr parken und dann mit dem Bus zur Veranstaltung fahren konnten.

Die diesjährige Landesgartenschau besteht aus zwei Teilen, wovon einer ganz neu angelegt und wunderschön war. Er war parkähnlich aufgeteilt und beschäftigte sich mit Themen wie z.B. der Gestaltung von Gartenteichen und Kleinstgärten, d.h. kleinen Grünflächen wie Vorgärten eines Reihenhauses. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen.

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Dann ging es weiter zum zweiten Teil der Landesgartenschau im Kurpark. Eigentlich gibt es ein Pendelbähnchen zwischen den beiden Parks, das leider nicht im Eintrittspreis von immerhin 14,- Euro enthalten war. Da wir aber vor allem bei der großen Hitze unserer Omi nicht zu viel zumuten wollten und ja noch einiges vor uns hatten, warteten wir brav auf besagte Bahn. Problem Nr. 1: Es gab keinen Fahrplan. Wann sollte dieses Ding also fahren? Wenn es schon keinen Fahrplan gibt, geht man davon aus, dass vielleicht ständig etwas fährt. Wir warteten: zehn Minuten, zwanzig Minuten. Nach dieser Zeit gingen wir nochmals zum Eingangsbereich der Gartenschau, um an der Kasse weitere Informationen einzuholen. Doch nicht mal dort konnte man uns Näheres zur Pendelbahn sagen. Nach geschlagenen 40 Minuten fruchtlosen Wartens liefen wir dann schließlich doch zum Kurpark. Für uns Ortskundige weniger problematisch, aber wäre man fremd gewesen, hätte man sich sehr schlecht orientieren können, denn Wegweiser gab es auch nur sehr vereinzelt. Sicherlich bekam man an der Kasse einen Faltplan, aber mal ehrlich, wer mag denn ständig mit einem aufgefalteten Plan umherlaufen? Man schaut doch lieber beim Laufen mal kurz auf ein Schild. Auch diese Informationspolitik war sehr gewöhnungsbedürftig.

Hier der Blick auf den Sprudelhof:
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Der Gerechtigkeitsbrunnen am Eingang des Kurparks:
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Voller Spannung betraten wir also den Kurpark. Wir liefen und liefen und fragten uns irgendwann, wo denn die Gartenschau endlich anfängt. Der Park sah nämlich im Grunde genommen aus wie immer: Grüne Wiese mit Bäumen, Wegen und Bänken, die - das muss man sagen - neu angelegt und renoviert waren. Aber wo waren eigentlich die Blumen? Der Vergleich zur Landesgartenschau in Hanau von vor acht Jahren schürte natürlich sehr hohe Erwartungen und ich hatte schon gedacht, dass zwischen den ganzen Rasenflächen wenigstens ein paar neue Beete angelegt waren. Was man sich sonst noch geleistet hat, waren große bepflanzte Blumenkübel, aber das war's dann auch schon. Der Teich im Kurpark hatte neue Stege und neue Tretboote, auch dies war sehr schön, nur auch hier muss man sagen: Der Park sah aus wie immer, nur etwas neuer. Es liegt der Eindruck nahe, dass sich Bad Nauheim von den Einnahmen der Landesgartenschau seinen Kurpark saniert hat, allerdings ohne den Besuchern ein entsprechendes Programm zu bieten.

Ein kleines Feld mit Blumen gab es immerhin, wo dieses Foto entstand:
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Der Teich:
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Dann gab es noch ein weiteres Problem: Der Kurpark hat viele Ausgänge, die einem Ortskundigen bekannt sind. Als wir an der einen Seite den Park verlassen wollten, stellten wir plötzlich fest, dass man dort nicht rauskonnte. Nur auch dies wurde einem vorher nicht angekündigt, sondern man ließ die Besucher zunächst 100m in die eine Richtung laufen, um dann festzustellen, dass es nicht weitergeht. Da darf sich Bad Nauheim aber nicht wundern, wenn der ein oder andere frustriert über die Grünflächen läuft und à la "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" den Ausgang sucht.

Und wer Gastronomie suchte... nun, direkt auf dem Landesgartenschaugelände gab es im Grunde nur ein Restaurant, was viel zu wenig ist. Entsprechend voll war es und wir konnten uns leider nicht mehr dazu setzen. Daneben war noch eine Würstchenbude, das war alles. Man muss quasi das Gelände verlassen, um dann in der Innenstadt fündig zu werden. Und genau an dieser Parkseite ist besagter Ausgang, durch den man aber nicht hinauskam. Alles sehr unübersichtlich.

Spielplätze sind auch Mangelware, so dass man eigentlich nur davon abraten kann, mit kleinen Kindern dort hinzufahren, denn die werden wenig Spielmöglichkeiten finden. Und ob die endlosen grünen Wiesen ein Kind begeistern können, wo wir Erwachsenen schon nicht aus dem Häuschen waren... entscheidet selbst.

Tja, tja, liebes Bad Nauheim, was soll man sagen... es waren sehr viele gute Ansätze da und ich bin nach wie vor positiv angetan von dem Bereich hinter dem Bahnhofsgelände. Nur der Rest war wirklich enttäuschend. Dazu die mangelnde Informationspolitik besonders fremden Gästen gegenüber. Sicher ist alles eine Frage des Geldes. Aber ein paar Hinweisschildchen aufhängen, ist dies wirklich so teuer?

Es war trotz allem ein schöner mit unserer Omi und dieser private Aspekt hat vieles wieder gut gemacht. Aber wenn mich jemand fragt, ob es sich lohnt, nur wegen der Gartenschau nach Bad Nauheim zu kommen, muss ich leider sagen: Es muss nicht sein.

13.6.10 16:11



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