Stadt Hamburg an der Elbe Auen...
Am 29. April machten wir einen Tagesausflug nach Hamburg. Mit dem Schleswig-Holstein-Ticket, welches man auch in Hamburg in Bussen und Bahnen nutzen darf, ersparten wir uns das Fahren und die Parkplatzsuche in einer fremden Großstadt. Das Wetter spielte bestens mit und wir haben viel gesehen! Freilich erst mal ein Gesamteindruck, den wir früher oder später sicherlich noch durch gezielte Besuche ergänzen werden.
Das Hamburger Rathaus:
An der Alster
Die Check-In-Halle des Flughafens:
Auf der Reeperbahn:

Zwei Bilder vom Hamburger Hafen:

In der Hafen-City; ein zwar neuer, meines Erachtens jedoch ein grauseliger Stadtteil, der sich in dreißig Jahren bezüglich seiner Bausünden wird rechtfertigen müssen:
Alles in allem war es ein wunderschöner Tag und, wie es so schön bei Ebay heißt: Alles perfekt, gerne wieder!
"Stadt Hamburg an der Elbe Auen,
Wie bist du stattlich anzuschauen!
Mit deinen Türmen hoch und hehr
Hebst du dich schön und lieblich sehr. "
Möwen gell im Frühlingswind...
Vor fast zehn Jahren waren wir mal zwei Wochen an der Mecklenburgischen Küste in Kühlungsborn. Da Travemünde ja nicht allzu weit davon entfernt ist und man nun durch die neue A20 auch große Stücke der Strecke per Autobahn fahren kann, ließen wir uns dieses Jahr einen Besuch nicht nehmen, um zu sehen, was sich in den letzten Jahren dort so getan hat.
Auf der Seebrücke:
Das Zentrum in Kühlungsborn/Ost
Ein alter Grenzturm, der jetzt als Mahnmal/Museum dient:
Der Molli, eine alte Schmalspur-Dampfbahn (und ja, um allen Diskussionen aus dem Weg zu gehen: Man sagt wirklich DER Molli!):
Unser allgemeines Fazit fällt etwas gemischt aus: Sicher war das Meiste schön und gepflegt, auch die Ortseinfahrt, bei der wir vor zehn Jahren noch über Kopfsteinpflaster huppelten, war mittlerweile durch Asphalt ersetzt. Es wurde viel investiert und die Kosten müssen wieder rein. Nur stimmt irgend etwas nicht an dem Preisniveau. Kühlungsborn scheint immer verstärkter auf Spa- und Wellnesshotels zu setzen, die ein entsprechendes Budget erfordern. Auch Restaurants und Cafés haben ein Preisniveau, welches ich für nicht angebracht halte. Der ganze Ort ist durchzogen von Maklern, die die ganzen neu entstandenen Immobilien - sei es als Ferienwohnung oder zur Dauernutzung - an den Mann bringen wollen. Die eigentliche Bevölkerung ist zu sehr vom Touristen abgekapselt oder mal ganz provokativ gesprochen: Der Kühlungsborner an sich lebt nach wie vor draußen in der Platte, während sich der Tourist im Luxushotel ahlt. Man sollte nicht vergessen, dass Kühlungsborn traditionell noch viel von Ostdeutschen besucht wird, die vielleicht schon zu DDR-Zeiten dort schöne Ferien verbracht haben und dem Ort die Treue halten. Der Anteil fremder Autokennzeichen aus Dresden, Leipzig, Erfurt war in Kühlungsborn sehr hoch, während in Travemünde (also an der "West"-Ostsee) niedersächsische und nordrhein-westfälische Kennzeichen vorherrschten. Ob die Ostdeutschen mit ihren leider noch immer niedrigeren Löhnen auf Dauer Kühlungsborn die Stange halten können, bleibt abzuwarten. Auf jeden Fall begibt sich der Ort gerade auf einen ganz schmalen Grad zwischen Volksbad und Spa-Resort. Ob das für jeden etwas ist, bleibt abzuwarten...
"Möwen gell im Frühlingswind,
Strand so schön wie Weizenkorn,
Molli keucht trotz Rückenwind,
Ja, so ist's in Kühlungsborn!"
Travemünde, Travemünde, teuer bist du mir und wert...
Endlich war es wieder so weit: Am 24. April brachen zwei stark urlaubsreife Hessen auf in Richtung Küste. Die Fahrt war angenehm und bot als erstes Highlight ein leckeres Mittagessen in Siek bei Ahrendsburg im Restaurand des Hotels Miranda . Wir kannten das Restaurant noch von früher, als es noch "Dubrovnik" hieß, aber auch jetzt noch bot die Speisekarte viele Spezialitäten vom Balkan. Dor t kann man wirklich nichts falsch machen!
Gegen 14:00 Uhr bezogen wir dann unsere Ferienwohnung (die gleiche wie die letzten Male) und hatten den Tag zur freien Verfügung.
Zum Einstimmen hier mal einige Travemünde-Aufnahmen:

Die "Lisa von Lübeck", ein nach historischen Vorgaben nachgebautes Schiff:
Am Skandinavienkai trifft groß auf klein:
"Daß ich laut dein Lob verkünde
urlaubsfröhlich, unbeschwert:
Travemünde, Travemünde
teuer bist du mir und wert"
Leider nicht zufrieden...
Momentan scheine ich eine Pech-Strähne erwischt zu haben, was Bücher angeht. Wenn Ihr Folgendes über das Buch "Alles Fleisch ist Gras" gelesen habt, wisst Ihr auch, warum...
Im Streit zwischen Anton Galba und dessen Kollegen Matthis kommt es zu einem folgenschweren Unfall, bei dem Matthis stirbt. Kurzerhand entsorgt Galba die Leiche in einer Zerkleinerungsanlage der Kläranlage, wo er arbeitet. Nathanael Weiß, Polizist und alter Schulfreund Galbas, hat bald einen konkreten Verdacht. Anstelle Galba zu verhaften, deckt Weiß jedoch die Tat und fühlt sich selbst inspiriert, unliebsame Personen auf die von Galba demonstrierte Art verschwinden zu lassen. Eine Mordserie beginnt...
Um mit dem Positiven anzufangen, fand ich die Idee des Buches sehr gut: Ein Polizist, der im Laufe seiner Ermittlungen selbst zum Täter wird, das habe ich so noch nicht gelesen. Es hätte ein spannendes Buch werden können, aber die Umsetzung ist denkbar schlecht. Zum einen gefällt mir der Schreibstil des Autors nicht; so verliert sich der Autor oft in lange, vollständige Sätze, die man durchaus durch einen Punkt hätte trennen können. Weiterhin laufen die Handlungsstränge teilweise auseinander und finden am Ende nicht mehr zusammen. So wird im Zusammenhang mit den Morden eine mittelalterliche Vereinigung erwähnt, nach deren Muster die Tötungen vonstatten gehen. Diese wird am Ende jedoch nicht mehr erwähnt. Man hat teilweise das Gefühl, dass sich der Autor mit dem Buch überfordert. Warum z.B. dieser Ausflug zu dieser Vereinigung? Weil solche Geheimorganisationen derzeit auf dem Buchmarkt in" sind? Wenn, dann sollte man das Konzept auch richtig umsetzen. Durch diese Längen und Verzettelungen verliert das Buch an Fahrt und nimmt dem Leser jegliche Spannung.
Auch handelt es sich nicht um einen klassischen Krimi in der Art, dass ein Mord passiert, der Polizist ermittelt und am Ende ein Täter gefunden wird. Wer mit dieser Erwartung an das Buch herantritt, wird zwangsläufig enttäuscht werden. Dadurch, dass der Polizist selbst zum Täter wird, hätte jemand anderem bei der Polizei etwas auffallen müssen.
In unserer modernen Überwachungsgesellschaft bezweifele ich doch sehr, dass alle paar Wochen in der gleichen Gemeinde Menschen verschwinden, die - wie der Leser erfährt - allesamt ermodert wurden und dies völlig unbeobachtet vonstatten geht. Auch wenn die jeweiligen Leichen scheinbar perfekt vertuscht werden - mir erscheint es einfach unrealistisch, dass von den Morden zu keinem Zeitpunkt jemand etwas mitbekommt. Weiterhin werden dann die Leichen reihenweise vom Tatort zur Kläranlage geschafft - oft ganz klassisch im eingewickelten Teppich - und auch dies entdeckt niemand. Dies mag einmal gut gehen, vielleicht auch ein zweites Mal, aber nicht in einer richtig gehenden Mordserie.
Alles in allem war ich nicht zufrieden mit dem Buch, da es so völlig anders war als ich es von einem guten Krimi gewohnt bin.
Solides Mittelmaß
Da ich derzeit wieder sehr viel lese, anbei mal wieder eine Buchbesprechung. Es geht heute um "Der norwegische Gast" von Anne Holt.
Nach einem Zugunglück in den norwegischen Bergen wird ein Hotel zur Notunterkunft der gestrandeten und verletzten Reisenden umfunktioniert. Durch die erschwerten Wetterbedingungen mit Schneefall, hohen Minustemperaturen und Stürmen ist zunächst kein Durchkommen für die Rettungskräfte. Unter den Gästen ist auch die ehemalige Kommissarin Hanne Wilhelmsen. Als ein Mord geschieht, versucht sie, mit den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dem Täter auf die Spur zu kommen. Dieser muss zwangsläufig aus den Reihen der Verunglückten kommen.
Ich habe schon viele Bücher von Anne Holt gelesen, die mich auch immer gut unterhalten haben. Leider war „Der norwegische Gast“ das erste dieser Autorin, das mich nicht begeistern konnte. Zum einen fand ich die Fülle der beteiligten Personen immens, was in der Natur der Geschichte liegt: Dadurch, dass die ganze Besatzung des Zuges im Hotel kampiert, haben wir es mit einer großen Personenzahl zu tun. Selbstverständlich spielen diese nicht alle eine tragende Rolle im Roman. Dennoch war mir dies beim Lesen zu wuselig. Die Situation an sich ist nicht nur für die Verunglückten des Buches, sondern auch für den Leser sehr unangenehm, da sich alles auf kleinstem Raum abspielt und quasi keine klassische Ermittlungsarbeit geleistet werden kann in der Form, dass Kommissare an verschiedenen Orten tätig sind wie in den meisten Kriminalromanen. Nicht zu letzt ist die Kommissarin in ihrer Arbeit behindert und dies nicht nur im wörtlichen Sinne (sie ist seit einem Unfall an den Rollstuhl gefesselt), sondern auch bildlich. Da sie nicht mehr im Dienst ist, hat sie beispielsweise keine Kompetenzen, Verdächtige festzunehmen oder Verhöre zu führen. Dadurch hat der Leser vielfach den Eindruck, dass nicht wirklich etwas passiert. Ich habe das Buch eher aus Pflichtbewusstsein zu Ende gelesen als dass es mir wirklich Spaß gemacht hat. Das Ende ist zumindest unerwartet und in sich schlüssig, so dass das Buch ein solides Mittelmaß darstellt – nicht mehr und nicht weniger.
Gebremste Freude...
Zeit für einen Buchtipp. Oder lieber eine "Buchwarnung"? Es geht um das Buch "Sehnsucht nach Elena" des finnischen Autors Joehl Haahtela.
Die Story:
Der Ich-Erzähler trifft eines Tages im Park auf eine junge Frau, die ihn in ihren Bann zieht. Er kennt nur ihren Namen: Elena. Doch wer ist sie, wie lebt sie? Der Erzähler folgt ihr in den nächsten Tagen auf Schritt und Tritt und versucht, immer mehr über sie herauszufinden. Am Ende gibt es eine Lösung, die für den Leser jedoch recht verblüffend ist. Denn man sieht mal wieder: Oft sind die Dinge anders als man denkt...
Die Kritik:
Das Buch ist an sich recht kurz mit kurzen Kapiteln und ich muss gestehen, ich finde dies angemessen. Nur dürfte dafür der Preis etwas niedriger sein – 16 Euro für einen 150-Seiter in einer Schriftgröße, die Blinde wieder sehend macht – das finde ich persönlich zu hoch gegriffen. Ich war nicht so ganz begeistert von dem Buch und hätte es, wären die Kapitel oder das Buch im Ganzen länger gewesen, sicher nicht bis zum Ende gelesen. Es passiert irgendwie nichts, außer, dass der Erzähler über Tage dieser armen jungen Frau folgt. Weiterhin ist das Buch recht dialogarm und ich bevorzuge Bücher, in denen Unterhaltungen stattfinden – dadurch bekommt ein Buch meiner Meinung nach quasi erst Leben.
Ich liebe nordeuropäische Literatur – nicht nur die gängigen Krimis, es darf ruhig alles Mögliche darunter sein! Das war auch der ursprüngliche Grund, mir dieses Buch zu kaufen, denn ich wollte einfach einen mir noch icht bekannten finnischen Schriftsteller kennenlernen. Gerade aufgrund meiner Liebe zu Nordeuropa fand ich es jammerschade, dass so überhaupt kein Lokalkolorit im Buch vorhanden ist. Sicher fallen hier und da mal Helsinkier Straßennamen, doch die Stadt als solche lernt man nicht kennen, nichts über Finnland oder die Finnen an sich. Das geht so viel besser! Vielleicht mag genau dies die Absicht des Autoren gewesen sein – die Geschichte könnte sonstwo spielen, es würde ihr keinen Abbruch tun. Nur enttäuscht er genau die Skandinavien-Fans, die sich aufgrund ihres Hobbies „Nordeuropa“ dieses Buch gekauft haben.
Ich komme im Ganzen auf zwei Sterne – zum einen für die Idee, denn so ein Buch hat es noch nicht gegeben. Weiterhin für den unerwarteten, gelungenen Schluss, der dem seichten Geplätscher des Buches ein verdientes Ende bereitet. Mehr ist leider nicht drin.
Weihnachten
Ja, jetzt ist schon der 2. Weihnachtsfeiertag und an diesem Tag ist Weihnachten für mich irgendwie schon vorbei, "die Luft ist raus".
Wir hatten auf jeden Fall eine schöne Zeit mit Hirschgulasch, Rotkohl und Klößen bei Mama (davor eine Suppe und danach Bratapfeleis - man gönnt sich ja sonst nichts!) sowie einem immensen Kuchen- und Plätzchenbuffet bei meinen Schwiegereltern mit Schwiegermamas famosem Käsekuchen.
Zu Weihnachten gehören für mich außerdem die Familie Heinz Becker mit ihrer Weihnachtsfolge sowie Drei Haselnüsse für Aschenbrödel, ein CSSR-Filmproduktion aus den 70ern, die ich immer schöner fand als unsere Aschenputtelversion.
Weiterhin natürlich das gemütliche Beisammensein mit allen Lieben sowie die Christmette, deren Besuch abends um 22:00 Uhr zwar immer eine Überwindung darstellt, die sich jedoch immer wieder lohnt. Dieses Jahr war es für mich etwas ganz Besonderes, da der Pfarrer eine von mir geschriebene Weihnachtsgeschichte in seine Predigt mit eingebaut hat. Das war schon was, seine eigene Geschichte in einem solchen Rahmen zu hören!
Am Morgen des 24. Dezember habe ich beim Weihnachtskuchenbacken den Radiosender France Bleu Elsass gehört, den wir während unseres letzten Elsass-Urlaubs im August in Straßburg besucht haben. In dem Programm ging es um elsässische Weihnachtsbräuche und es gab viele Zuschauerreaktionen. Außer, dass wir da auch grußmäßig mitgemischt haben und uns ein Lied wünschen durften, hat mich eine ältere Dame aus Colmar sehr berührt. Sie hieß Marie-Odile und sagte am Telefon, dass sie an diesem besonderen Tag sehr traurig sei und sich ein Lied zur Erinnerung an ihren Mann wünsche. Worum es genau ging, sagte sie nicht, aber ich gehe davon aus, dass er kürzlich verstorben ist. Ich denke Marie-Odile war nicht die Einzige, die an diesem Tag traurig war, denn für viele Menschen, die etwas Schlimmes erlebt haben, ist Weihnachten dann eher eine Quälerei. Liebe Marie-Odile, wir kennen uns nicht, aber ich hoffe, Sie hatten dennoch ein schönes Fest!!!